Dieser Text ist eine Einladung, Freude ins Leben zu lassen. Nicht durch hinzufügen, sondern durch weglassen.
Bekannte Konzepte
Es gibt einige Konzepte im Bereich der Achtsamkeit und Spiritualität, die die Freude wiedererwecken wollen.
Spontan fällt mir der Blick des Anfängergeistes ein.
Tue die Dinge, als würdest du sie zum ersten Mal im Leben tun. Nimm dir Zeit wahrzunehmen, zu riechen und zu schmecken. Hab keine Vorstellungen davon, was dich erwartet.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, sich alles positiv zu reden. Ich formuliere das bewusst so. Denn es macht einen großen Unterschied, ob ich die Dinge positiv rede oder so sehe wie sie sind und dabei den positiven Aspekt oder die Auswirkung darin entdecke.
Sicherlich gibt es noch viel mehr Ideen, die in meinen Augen jedoch begrenzt sind und nicht den Kern berühren, den Kern, in den sich die Freude zurückgezogen hat.
Spritual Bypassing
Schönreden fällt auch unter spiritual bypassing. Sich den Dingen nicht zu stellen, die in einem sind sondern das, was unangenehm ist zu kompensieren oder wegzudrücken.
Doch was hat das für Auswirkungen? Ich drücke Teile in mir weg, die auch da sind. Die ihre Berechtigung haben und ebenso wertvoll sind. Die eine Botschaft für mich haben. Ich höre ihnen nicht zu, gebe ihnen keinen Wert und keine Anerkennung und werte dadurch Teile von mir ab.
Durch die Ablehnung der Anteile und Aspekte von mir gibt es immer etwas, was ich zwar verbergen will, aber was trotzdem jederzeit aus mir herausbrechen könnte. Oft entwickelt sich dadurch Anspannung im Geist und im Körper. Das Stresslevel steigt und es prägt sich eine Angst vorm Entdecktwerden aus.
Wenn die Freude zurückkommt

Doch wenn es viele Wege gibt, die unvollständig sind, wie kann ich die Freude wieder in mein Leben lassen?
Wichtig: Ich behaupte nicht, dass ich die Universallösung habe.
Und ich habe Erfahrungen mit mir selbst und den Menschen gemacht, die sich einen Teil ihres Weges von mir begleiten lassen.
Dabei hat sich gezeigt – es kann theoretisch recht leicht sein, der Freude wieder mehr Platz einzuräumen und sie sukzessive wachsen zu lassen.
Die Formel lautet:
Lasse die Dinge weg, die dir keine Freude bereiten.
Wenn du dir unsicher bist und das nicht genau einordnen kannst, frage dich zum Beispiel: Würde ich das auch tun, wenn ich dafür kein Geld, keine Anerkennung und keinen Vorteil im Außen bekommen würde?
Warum die Theorie einfacher als die Praxis ist
In der Praxis machen die meisten Menschen sehr viele Dinge, die sie in ihrem Ursprung nicht wählen würden. Einfach, weil sie es mittlerweile auch gewohnt sind und nicht mehr anders kennen.
Es kann Angst auslösen, diese Dinge sein zu lassen. Denn eine Konsequenz könnte sein, dass ich im Außen weniger Anerkennung bekomme, als verrückt abgestempelt werde und vom Wesen her nicht mehr in den Status quo der Gesellschaft hineinpasse.
Allein diese Angst hält uns in alten Strukturen. Und da dieser Mechanismus bei den meisten Menschen funktioniert merken wir nicht, dass wir aus Angst so sind. Unsere Angst verkörpern.
Wenn wir alle mehr das tun würden, was wir sind und das sein lassen, was uns nicht entspricht – was wäre das für eine Welt?
Meine Vermutung ist, dass sich der Status quo von alleine lösen würde.
Was ist mit der Angst?
Dass die Angst auftaucht ist nicht zwingend ein Hinweis, dass es der „falsche“ Weg ist. Vielmehr ist es oft ein Hinweis, dass Altes sich löst. Und die Angst vor dem Unbekannten sich zeigt.
Wenn du nicht geübt darin bist, durch deine Ängste zu gehen anstelle dich davon zurückhalten zu lassen, darfst du es üben.
Das Schöne: Es gibt keine Eile auf dem Weg der Erkenntnis. Du kannst den Weg in deinem Tempo gehen.
Schluss mit Zwang – ein Schlüssel, für Freude im Leben
Wenn du der Freude mehr Raum geben möchtest, fange vielleicht klein an. Erlaube dir den Abwasch stehen zu lassen und auf die Lust zu warten, den inneren Impuls, dich darum zu kümmern. Nicht als Pflichtaufgabe, sondern weil du es willst.
Oder: Zwinge dich nicht weiter zum Sport. Zwinge dich nicht zu Kontakten, die dir nicht gut tun. Zwinge dich zu nichts.
Die Dinge, die wirklich wichtig sind, die wirklich relevant sind – die stehen nicht auf einer To-Do-Liste. Die tust du, weil sie dran sind.
Vielleicht beginnt Freude im Leben genau dort, wo wir aufhören, uns zu etwas zu zwingen?
Werden wir dann nicht alle faul?
Das ist ein Argument bzw. eine Sorge, die ich oft höre. Zum einen glaube ich nicht daran, dass wir dann faul werden. Wir machen vielleicht häufiger eine Pause und unser Rhythmus wird langsamer. Vielleicht lassen wir uns eine Zeit lang auch richtig gehen.
Doch irgendwann kommt der Funken in uns, wieder in Bewegung zu kommen. Ganz freiwillig, ohne Zwang. Es braucht manchmal nur etwas Geduld.
Wenn wir uns seit Jahren und Jahrzehnten zu Dingen zwingen, wieso gehen wir dann davon aus, dass es falsch oder schlecht wäre, eine längere Pause einzulegen?
Von einem Extrem ins andere um dann auf natürliche Weise zurück zur Mitte zu finden.
Sollte die Angst davor, als Faul gesehen zu werden, zu groß sein und dich handlungsunfähig machen, frage dich: Was ist eigentlich schlimm am faul sein?
Und: Kann Faulheit etwas sein, dass in unserer Gesellschaft nicht anerkannt ist, in Wahrheit aber zelebriert und wertgeschätzt werden darf?
Neulich habe ich einen Wissenschaftler und Forscher sagen hören: Nichts tun ist viel besser für die Erde als (ständig) aktiv zu sein. Wir tun also „Gutes“, wenn wir uns zurücknehmen und uns und anderen Pausen gönnen.
Pausen geben Raum für Langeweile

Viele Forscher und Menschen sind sich einig: Langeweile ist der Raum, in dem Kreativität erweckt wird und zum Ausdruck kommen kann, weil wir nicht voll sind vom Alltag und den Anforderungen, die wir uns stellen.
Doch für Langeweile braucht es Pausen. Zeiten, in denen wir nichts tun.
Wenn du Langeweile nicht aushalten kannst und unruhig wirst – ATME. Langeweile direkt mit Tun zu bedecken verhindert oft, dass Kreativität fließen kann.
Vielleicht haben wir also die Freude und Kreativität nicht verloren, sondern mit unserem ständigen Tun überdeckt.
Und es braucht gar nichts, außer das Tun sein zu lassen? Sprudelt es dann vielleicht einfach aus uns heraus?
Eine sanfte Anleitung, Freude ins Leben einzuladen
Wenn du in dir spürst, „JA, ich möchte der Freude mehr Raum geben“, dann atme tief ein und aus.
Schließe die Augen und weite dein Herz.
Erlaube der Freude, sich auszudehnen und sich im Leben mehr zu zeigen.
Erlaube, dass die Freude zur Ausrichtung dienen darf.
Und erkenne, dass der Zwang seinen Sinn hatte bis hier. Er hat dafür gesorgt, dass du „gut klargekommen“ bist.
Berühre den Zwang mit Annahme und wenn möglich mit Liebe.
Doch jetzt darfst du mehr mit der Freude fließen.
Wie ist es bei dir?
Welchen Stellenwert hat Freude bei dir als Grundlage für deine Entscheidungen? Fragst du dich, macht es mir Freude? Oder wählst du nach anderen Kriterien?
Ein Angebot für dich
Wenn du deine Verbindung zur Freude weiter vertiefen möchtest und dir Begleitung wünschst, freue ich mich, von dir zu hören.

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